Digitale Gewalt gegen Politikerinnen: Erfahrungsberichte zeigen dringenden Handlungsbedarf

Digitale Gewalt stellt eine zunehmende Bedrohung für politisches Engagement dar – insbesondere für Frauen. Aktuelle Studien und Erfahrungsberichte aus der Praxis zeigen, dass Politikerinnen überdurchschnittlich häufig Ziel von Hasskommentaren, Beleidigungen und Drohungen in sozialen Netzwerken werden. „Genau das schildern uns auch die Mandatsträgerinnen mit denen wir im Austausch sind“, sagt Michael Bücker von Sicher engagiert, der sich gegen Hass im Netz einsetzt. Zivilgesellschaftliche Organisationen wie HateAid fordern daher seit Jahren konsequentere gesetzliche Maßnahmen. Ein entsprechender Gesetzentwurf aus dem Bundesjustizministerium liegt bereits vor, wurde jedoch bislang nicht verabschiedet. Gefordert werden unter anderem strengere Regeln zur Identifizierbarkeit von Täterinnen und Tätern sowie verbesserte Unterstützungsstrukturen für Betroffene.

Neben rechtlichen Anpassungen wird auch ein gesellschaftliches Umdenken als notwendig erachtet. Mehr Sichtbarkeit des Problems, Solidarität mit Betroffenen und eine klare Haltung gegen digitale Gewalt gelten als zentrale Bausteine, um demokratisches Engagement langfristig zu sichern.

„Die Folgen sind erheblich: Laut Studien zieht etwa jede zweite Politikerin in Betracht, aus Angst vor digitaler Gewalt auf ein politisches Amt zu verzichten. Neben der psychischen Belastung führt die zunehmende Aggressivität auch zu einem veränderten Sicherheitsgefühl, da die Grenze zwischen digitaler und physischer Gewalt zunehmend verschwimmt,“ erklärt Projektleiter Michael Bücker.

Mehr zum Thema erfahren

Ähnliche Beiträge

IMG_7786

Sicher engagiert auf Demokratiefestival

Das Projekt „Sicher engagiert – Digitale Demokratie stärken in Politik und Ehrenamt“ war beim Festival „LAUT UND KLAR“ der Landesanstalt für Medien NRW in Düsseldorf im Austausch. Das Tagesfestival brachte

IMG_7770

Gegen Hass und Anfeindungen im Netz

Demokratie lebt von freiwilligem Engagement. Gleichzeitig nehmen Hass und Anfeindungen im Netz gegenüber Ehrenamtlichen und Mandatsträger*innen immer weiter zu. Instagram, Facebook und Co. spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie engagieren

93E17BBA-DCBA-4814-88EB-CDAE649E3A24

AwareNet entwickelt SAMM: digitales Monitoring-Tool für relevante Online-Debatten

AwareNet entwickelt derzeit SAMM – kurz für Social Automated Media Monitoring. Das digitale Tool soll Fachkräfte dabei unterstützen, relevante öffentliche Beiträge und Kommentare auf Social-Media-Plattformen schneller zu erkennen, einzuordnen und

FE6F0DDF-3A06-4B84-84DA-C6EDCEB729AF

Drei KI-gestützte RisikoDialog-Trainer für extremistische Online-Kommunikation

Mit Joachim, Suhaib und Amir stehen drei KI-gestützte Trainingsangebote für Fachkräfte aus Prävention, Streetwork, politischer Bildung und pädagogischer Arbeit zur Verfügung. Die Anwendungen simulieren realistische, emotional aufgeladene Online-Gespräche und ermöglichen

Sie möchten helfen?

Geldspenden bitte an:

AVP-Akzeptanz, Vertrauen, Perspektive e.V
Geldinstitut: Stadtsparkasse Düsseldorf
IBAN: DE62 3005 0110 1008 2788 87
BIC: DUSSDEDDXXX
Verwendungszweck: „Spende für die Ukraine“